"Aladdin"
Filmbewertung: überzeugend
Starttermin: 23.05.2019
Regisseur: Guy Ritchie
Schauspieler: Mena Massoud, Naomi Scott, Will Smith
Entstehungszeitraum: 2019
Land: USA
Freigabealter: 6
Verleih: Walt Disney
Laufzeit: 129 Min.
Wünsch dir was - diesmal in echt
Dürfen die das? Eine Frage, die sich angesichts der Remake-Freudigkeit der großen Hollywood-Studios immer öfter stellt. Es ist natürlich eine hypothetische Frage: Kaum etwas verspricht mehr Einnahmen als die Adaptionen beliebter Klassiker wie "King Kong" oder "Es". Ganz vorne im Neuauflagen-Rennen bewegt sich seit einigen Jahren Disney, deren Filmemacher einfach nur aus dem schier unerschöpflichen Fundus legendärer Zeichentrickfilme schöpfen müssen. Realfilmadaption lautet das Stichwort der Stunde: "Cinderella", "Jungle Book" und "Die Schöne und das Biest" legten vor, zahlreiche weitere Umsetzungen sollen folgen.

Einer der beliebtesten Disney-Klassiker findet schon jetzt mit echten Schauspielern seinen Weg auf die Leinwand: 27 Jahre nach dem riesigen Erfolg der Zeichentrickversion von "Aladdin" feiert das populäre Märchen aus Tausendundeiner Nacht ein farbenprächtiges und atemlos inszeniertes Comeback. Und das mit einem Personal, das sich sehen lassen kann: Während die Nachwuchstalente Mena Massoud und Naomi Scott als Aladdin und Prinzessin Jasmin auf reizende Weise überzeugen, stiehlt Hollywood-Star Will Smith als CGI-animierten Dschinni aus der Wunderlampe allen die Show. Inszeniert wird das Spektakel von keinem Geringeren als Guy Ritchie ("Sherlock Holmes"), der trotz orientalischer Märchen- und Liebes-Story seinen Action-Wurzeln treu bleibt.

Starke Prinzessin

Die Grundgeschichte, aus der berühmten Märchensammlung schon seit Generationen bekannt, lässt Ritchie nahezu unangerührt: Aladdin, der junge Bettler und Dieb, kämpft sich im fiktiven Sultanat Agrabah samt seinem Äffchen mehr schlecht als recht durchs Leben. Eines Tages begegnet er einer jungen Frau, in die er sich verliebt - dass es sich dabei um die vorgeblich zurückgezogen lebende Prinzessin Jasmin handelt, wird ihm erst später klar. Deren Herz will der junge Mann schließlich mithilfe des Dschinni erobern, einem blauen Flaschengeist, der einer Wunderlampe entsteigt und Aladdin drei Wünsche gewährt. Wäre da nicht der böse Zauberer Dschafar (Marwan Kenzari), der die Lampe samt Dschinn als sein Eigentum betrachtet.

Getanzt und gesungen wird, wie im Trickfilm, ebenfalls wieder ausgiebig: Mit dem legendären Alan Menken konnte Disney jenen Komponisten für den Soundtrack gewinnen, der schon die Songs des Originals schrieb. Neben pompös gestalteten Neuauflagen bekannter "Aladdin"-Klassiker wie "Arabian Nights" und "A Whole New World" fügte Menken dem Realfilm mit "Speechless" ein neues Stück für Jasmin hinzu, das ihren im Remake durchaus stärkeren, feministisch überarbeiteten Charakter besser ausdifferenzieren soll. Während Massoud, Scott und selbstverständlich auch Smith in den Sing- und Tanzeinlagen stimmlich und physisch alles geben, bleibt der Musical-Part des Films seltsam abgetrennt. Die bisweilen schmalzigen Pop-Einlagen wollen nicht recht zu Ritchies "Aladdin"-Version passen.

Das Erbe von Robin Williams

Und doch passt das Gesamtpaket, das mit sanften Veränderungen und Treue zum Original liebevoll umgesetzt wurde: Von der faszinierenden Wuseligkeit des detailreich in Szene gesetzten Agrabah über die rastlos-bombastischen Action- und Stunteinlagen bis hin zum perfekt sitzenden selbstironischen Humor Will Smith' als Dschinni liefert "Aladdin" grandios unterhaltendes Popcorn-Kino, wie es im Buche steht.

Tatsächlich wurde mit Smith ein Darsteller gefunden, der das Erbe von Robin Williams, der Originalstimme des Trickfilm-Dschinns, anzutreten imstande ist. Kritische Stimmen mögen die westlich-klischeehafte Darstellung des Orients in "Aladdin" bemängeln. Dem sei erstens entgegnet, dass es sich um ein Märchen handelt. Und zweitens, mit den Worten von Hauptdarsteller Mena Massoud: "Der Nahe und Mittlere Osten wurden so lange negativ dargestellt - sie werden mit jeder Form eines positiveren Images zufrieden sein."

Von Maximilian Haase

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