"Judy"
Filmbewertung: ausgezeichnet
Starttermin: 02.01.2020
Regisseur: Rupert Goold
Schauspieler: Renée Zellweger, Finn Wittrock, Jessie Buckley
Entstehungszeitraum: 2019
Land: USA
Freigabealter: 0
Verleih: Entertainment One
Laufzeit: 118 Min.
So tragisch endete das Leben von Judy Garland
"Pass auf dich auf. Ich bin das beste Beispiel dafür, was dieser Job einem Menschen antun kann", gab Judy Garland 1969 ihrer damals 22-jährigen Tochter Liza Minnelli mit auf den Weg. Wenige Wochen später starb der Star an einer Überdosis Schlaftabletten. Der Kinofilm "Judy" (Start: 2. Januar) erzählt von den letzten Monaten im Leben der legendären Schauspielerin. Verkörpert wird die Garland in dem Biopic von einer grandios aufspielende Renée Zellweger.

Vom glamourösen Leben ist Judy Garland Ende der 60-er nicht viel geblieben. Die Frau ist in einem See aus Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, aus Alkohol und falschen Versprechungen ertrunken. Der ganze schöne Ruhm? Dahin! Aber Judy Garland wäre nicht Judy Garland, wenn sie sich von der Müdigkeit übermannen ließe: Für die Frau wurde einst das Wort Comeback erfunden. Ihr letztes feierte sie 1968/69 bei einer Konzertreihe in London. Diese Episode stellt Rupert Goold in den Mittelpunkt seines ergreifenden Biopics, in dem er anhand eines kurzen Ausschnittes aus Judy Garlands Leben ein umfassendes Bild von einer Frau zeichnet, deren Talent gnadenlos ausgebeutet wurde und die sich mit Herz, Verstand und Witz immer wieder aufrappelte.

"Dreimal habe ich sie vor dem Sterben gerettet, ich hasste sie dafür", erzählte Liza Minnelli nach dem Tod ihrer Mutter. Heimlich tauschte sie die Schlafmittel gegen Zuckerbonbons aus, verschaffte sich einen Apparat, um Mutters Magen auspumpen zu können. Schon als Teenager führte sie den Haushalt. "Es mutete für die Angestellten wohl ein wenig eigenartig an, wenn ein elfjähriges Mädchen ihre Zeugnisse sehen wollte." Die Garland, Musterbeispiel für ein verheiztes, ein verkauftes Talent. "Sie hatte nie ein normales Leben. Wenn sie vor Müdigkeit im Filmstudio einschlief, gab man ihr Aufputschmittel. In ihrer Jugend war ihre Tragödie bereits vorgezeichnet", weiß Liza.

Hoch geflogen, tief gefallen

Schon Mutter Garland hatte mit ihrer Judy viel vor. Bereits als Zweieinhalbjährige stand sie auf der Bühne. Bald, allzu bald kam Hollywood. Louis B. Mayer, Boss des Filmgiganten Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), hatte Gefallen an dem langbeinigen Mädchen gefunden. Und, wie es heißt, waren seine Absichten seinen jugendlichen Schützlingen gegenüber nicht unbedingt nur beruflicher Art.

Das Leben im MGM-"Nachwuchs-Stall" war hart. 18 Stunden Training pro Tag, Hungerkuren, Aufputschmittel, Schlaftabletten. Der Teufelskreis begann. Mayer hielt seine Truppe kurz. Judy Garland, beileibe nicht seine Favoritin, zählte zur Reserve der Kinderstars. 1937 beschloss Mayer, L. Frank Baums Kinderbuch "The Wizard of Oz" zu verfilmen. Wer sollte die Hauptrolle der zwölfjährigen Dorothy übernehmen? Mayer entschied: Er wollte Shirley Temple, die jedoch vertraglich an die 20th Century Fox gebunden war. Mayer bot Fox-Boss Darryl F. Zanuck einen Deal an: Clark Gable und Jean Harlow gegen Shirley Temple. Der plötzliche Tod der Harlow ließ den Tauschhandel platzen - die 16-jährige Judy Garland erhielt die Rolle ihres Lebens. Das bezaubernde Märchen von Blechmann, Löwenmensch und Vogelscheuche katapultierte sie ganz nach oben. Einige mehr oder minder erfolgreiche Filme folgten.

Doch dem Starsystem Hollywoods war sie nicht gewachsen, ihre privaten Probleme gingen durch die Presse. Die MGM ersetzte sie in "Annie Get Your Gun" (1949) durch Betty Grable, gab Ginger Rogers bei "The Barkleys of Hollywood" den Vorzug. Die Garland, alkohol- und tablettensüchtig, wollte sich die Kehle durchschneiden - Mayer zog die Konsequenzen und setzte sie an die Luft. Sein Kommentar: "Und wäre sie meine eigene Tochter gewesen, ich hätte nicht mehr für sie tun können". 1954 feierte Garland in "A Star Is Born" noch einen letzten Erfolg. In ihren letzten Filmarbeiten, unter anderem mit Regisseur John Cassavetes, zeigte sie noch einmal ihr schauspielerisches Können - weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit. Am 22. Juni 1969 starb sie, gerade 47 Jahre alt, an einer Überdosis Schlaftabletten.

Von Jasmin Herzog

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