"X-Men: Dark Phoenix"
Filmbewertung: akzeptabel
Starttermin: 06.06.2019
Regisseur: Simon Kinberg
Schauspieler: Sophie Turner, Jennifer Lawrence, Jessica Chastain
Entstehungszeitraum: 2018
Land: USA
Freigabealter: 12
Verleih: Twentieth Century Fox
Laufzeit: 114 Min.
Sophie Turner im Interview
Sophie Turner im Interview
"Soziale Medien sind ein Fluch für Schauspieler"
Mit "Dark Phoenix" (Kinostart: 6. Juni) geht im "X-Men"-Universum eine Ära zu Ende. Im zwölften Film der Reihe entwickelt Jean Grey, gespielt von Sophie Turner, gefährliche neue Kräfte. Die Superheldin wird zu einer Gefahr für die Menschheit. Turner, 23, gehört seit ihrer Rolle als Sansa Stark in "Game of Thrones" zu den wichtigsten und populärsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Beim Interview in New York spricht die Britin über ihren neuen Film, das Ende von "Game of Thrones" und ihren Umgang mit sozialen Medien. Dass sie wenig später ihren Freund heiraten wird, den Musiker Joe Jonas, behielt sie noch für sich.

nordbuzz: Miss Turner, für "Game of Thrones" und "X-Men" mussten Sie in den letzten Jahren viele Geheimnisse bewahren. Sind Sie froh, dass das nun vorbei ist?

Sophie Turner: Und wie! Es kommt mir vor, als ob ich mein gesamtes Leben Geheimnisse für mich behalten musste - und ich bin ganz schlecht darin (lacht).

nordbuzz: Lassen Sie uns über Ihre roten Haare sprechen, die man mit Ihnen verbindet. Eigentlich sind Sie ja blond ...

Turner: Ich liebe meine roten Haare! Wenn ich sie habe, fühle ich mich so mächtig, so stark. Natürlich haben mir Sansa und Jean dabei geholfen, mich so zu fühlen. Sobald ich mir meine Haare rot färbe oder die rote Perücke aufsetze, fühle ich mich wie eine komplett andere Person. Viel stärker.

nordbuzz: Was ist der Unterschied zwischen Jean aus "X-Men" und Sansa aus "Game of Thrones"?

Turner: In "Dark Phoenix" sehen wir Jean als Superheldin, die einen totalen Zusammenbruch erlebt und dadurch die Kontrolle verliert. Um ehrlich zu sein: Ich glaube, dass Sansa die stärkere Frau der beiden ist. Jean ist mächtig und dubios. Sansa ist sich ihrer Stärke bewusst, sie hat einen enormen Stolz und kämpft ohne Angst.

nordbuzz: "Dark Phoenix" ist der erste Superhelden-Film, in dem sowohl Heldin als auch Schurkin beide Frauen sind.

Turner: Stimmt. Und sie sind beide die stärksten Charaktere im ganzen Film. Keine der Frauen in diesem Film ist einem Mann unterwürfig. Alleine das finde ich wunderbar. Eigentlich verrückt, dass es der erste "X-Men"-Film ist, der von Frauen dominiert wird. Er läuft genau zum richtigen Zeitpunkt an.

nordbuzz: Verspüren Sie Druck, Jean darzustellen?

Turner: Es gibt so viele Leute, die "X-Men" lieben. Regisseur Simon Kinberg hat sein gesamtes Vertrauen in mich gesetzt. Ich wollte es richtig machen. Ich habe entschieden, wie der Charakter am besten repräsentiert werden sollte, und habe mein Bestes gegeben. Ich hoffe, dass ich gute Arbeit geleistet habe (grinst).

"In diesem Moment fühlte ich mich wirklich wie eine Superheldin"

nordbuzz: Wie war es, so viele Szenen vor einem Greenscreen zu drehen?

Turner: Manchmal lustig, manchmal peinlich (lacht). Manchmal kam ich mir auch vor wie ein Idiot. In Momenten, in denen ich einen Tennisball in der Hand hielt und ihn anschrie. Es macht aber auch Spaß, die Fantasie spielen zu lassen. Die Szene, in der ich einen Hubschrauber auf den Kopf stelle, wurde allerdings nicht vor einer Leinwand aufgenommen. Ich konnte das wirklich spielen, bis der Hubschrauber auf den Boden stürzte. In diesem Moment fühlte ich mich wirklich wie eine Superheldin.

nordbuzz: Wer waren Ihre besten Freunde am Set von "Dark Phoenix"?

Turner: Alexandra Shipp und Jennifer Lawrence. Wir hatten viele Mädelsabende, was super war. Am Set verbrachte ich auch viel Zeit mit Jessica Chastain. Sie ist total cool, aber sie hatte ihre Tochter und ihren Ehemann mit dabei, deshalb konnten wir nicht viel Zeit außerhalb des Sets miteinander verbringen.

nordbuzz: Sie sind bekannt dafür, dass Sie Ihren Schauspielkollegen gerne Streiche spielen. Wer musste am Set dran glauben?

Turner: (lacht) James McAvoy. Er musste eine Szene drehen, in der er die Treppen nach oben fliegt. Wir haben die Tontechniker überredet, den "Macarena"-Song ganz laut zu spielen. Und gleichzeitig haben wir die Jungs, die an den Sicherheitsseilen arbeiten, überredet, seine Arme und Beine zum Song zu bewegen (lacht). Es sah so aus, als ob er "Macarena" tanzen würde, als er die Treppen nach oben ging, oder besser gesagt fast fiel. Das war so lustig. Ich würde mich nicht wundern, wenn dieser Moment irgendwo in einem Video auftaucht (grinst).

nordbuzz: Auf Twitter und Facebook folgen Ihnen jeweils rund zwei Millionen Menschen, auf Instagram sogar über zehn Millionen. Darüber haben Sie ja sogar auch schon eine Rolle bekommen. Haben die sozialen Kanäle wirklich so viel Macht?

Sophie Turner: Ich glaube schon. In der Filmindustrie wird auf die Followerzahl geachtet, wenn es um die Auswahl einer Rolle geht. Verrückt, aber so ist es. Und nicht nur in unserer Branche, auch in der Schönheitsindustrie. Stylisten oder Make-up-Leute werden nur eingestellt, wenn sie hohe Followerzahl haben.

nordbuzz: Was denken Sie darüber?

Turner: Ich verstehe nicht wirklich, wieso das so ist. Ich habe immer geglaubt, dass ein Schauspieler sich in seiner Rolle verlieren sollte und als der Charakter zu sehen ist, den er spielt. Nicht die Person dahinter sollte wichtig sein. Allein aus diesem Grund glaube ich, dass Social Media wie ein Fluch für einen Schauspieler ist. Je mehr ich darüber spreche, desto mehr frage ich mich, wieso ich überhaupt noch auf den ganzen sozialen Kanälen vertreten bin (lacht).

nordbuzz: Könnten Sie sich vorstellen, weniger aktiv auf Social Media zu sein?

Turner: Ich bin mal mehr, mal weniger aktiv. Ich poste Sachen, wenn ich Lust habe, etwas zu posten. Ich versuch nicht, eine Influencerin zu werden - ich weiß nicht mal genau, was das wirklich ist. Aber ich versuche nicht, auf den sozialen Kanälen großartig anzukommen. Wenn ich ein cooles Foto mache, lade ich es hoch. Das war's auch schon.

Von Rachel Kasuch

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