"Bailey - Ein Hund kehrt zurück"
Filmbewertung: akzeptabel
Starttermin: 13.06.2019
Regisseur: Gail Mancuso
Schauspieler: Dennis Quaid, Marg Helgenberger, Henry Lau
Entstehungszeitraum: 2018
Land: USA
Freigabealter: 0
Verleih: Constantin Film Verleih
Laufzeit: 109 Min.
Dennis Quaid im Interview
Dennis Quaid im Interview
"Das war keine Tierquälerei!"
Es waren schockierende Aufnahmen, die Anfang 2017 im Internet veröffentlicht wurden: Auf den Bildern war zu sehen, wie ein Schäferhund beim Dreh von "Bailey - Ein Freund fürs Leben" scheinbar unter Wasser gedrückt wird und verzweifelt versucht, aus dem Becken, in dem die Szene gedreht wurde, zu entkommen. Die Organisation PETA rief zu einem Boykott des Films auf, Regisseur Lasse Hallström, der bei fraglicher Szene selbst nicht anwesend war, zeigte sich schockiert. Einige Wochen später aber stellte sich heraus: Das Video war manipuliert, dem Hund ging es gut. Im Interview in Los Angeles erzählt Hauptdarsteller Dennis Quaid ("Dragonheart", "The Day After Tomorrow") nun, wie er den Skandal erlebt hat - und was die Fortsetzung des Films, "Bailey - Ein Hund kehrt zurück" (Kinostart: 13. Juni), für ihn so besonders macht.

nordbuzz: Mr. Quaid, wie man sieht, sind Sie selbst ein großer Hundeliebhaber. Sie haben heute sogar einen dabei.

Dennis Quaid: Ja, das ist meine Mini-Bulldogge "Peaches". Ihr Halbbruder "Tigger" ist zu Hause.

nordbuzz: Sie haben zwei Hunde?

Quaid: Ich habe elfjährige Zwillinge, Thomas und Zoe. Sie haben sich jeden Abend darum gestritten, bei wem "Peaches" schlafen darf, also habe ich ihren Halbbruder gekauft und nach Hause gebracht. Das hat die Streiterei beendet (lacht). Er ist sieben Monate alt, "Peaches" ist eineinhalb.

nordbuzz: Hat "Peaches" Ihre "Co-Stars" am Set von "Bailey" an Ihnen gerochen?

Quaid: Sie war mit am Set und wurde zum Maskottchen. Sie liebt die Aufmerksamkeit von Menschen. Aber das Komische an ihr ist, dass sie andere Hunde ignoriert. Sie hatte auch einen kleinen Auftritt vor der Kamera, nur leider hat es diese Szene nicht in den Film geschafft.

nordbuzz: Dann ist "Peaches" ja fast schon selbst berühmt.

Quaid: Fast? Sie ist berühmt. Meine Tochter hat einen Instagram-Account für sie angelegt. Sie hat mittlerweile mehr Follower als ich!

nordbuzz: Hatten Sie selbst Hunde, als Sie aufwuchsen?

Quaid: Solange ich mich erinnern kann, hatte ich Hunde in meinem Leben. Ich glaube fest daran, dass "Peaches" die Seele eines Hundes aus meiner Jugend hat (grinst).

nordbuzz: Vor zwei Jahren ist ein Video aufgetaucht, das angebliche Tierquälerei am Set von "Bailey - Ein Freund fürs Leben" zeigt. Das war damals ein riesen Skandal ...

Quaid: Bei der Produktion damals ist nichts passiert. Das war eine Falschmeldung, ein kompletter Hoax. Die Hunde werden bei den Dreharbeiten extrem gut behandelt. Kein Hund wurde an seinem Halsband unter Wasser gehalten, wie es das Video suggeriert hat. Dieser Hund wurde über drei Monate lang trainiert. Zwei Taucher waren zusätzlich unter Wasser, außerdem ein Tisch, auf dem sich der Hund hinsetzen und ausruhen konnte. Die Wahrheit war: Der Hund kam aus dem Wasser, lief auf die andere Seite vom Pool und sprang wieder rein, um das gleiche noch mal zu machen - weil er Spaß daran hatte. Solche Szenen wurden in dem Video natürlich nicht gezeigt.

"Er schämt sich wegen seiner Aktion"

nordbuzz: Was passierte damals?

Quaid: Ich wollte gerade nach Europa fliegen, um dem Film zu promoten, aber dieses Video wurde als Kampagne gegen uns eingesetzt. Ich ließ mir daraufhin das gesamte Material von diesem Drehtag zeigen, doch es war natürlich keinerlei Tierquälerei zu erkennen. Ich will jetzt nicht mit dem Finger auf Leute zeigen, aber der junge Mann, der dieses Video gemacht hat, war kein Crew-Mitglied. Er wohnte in dem Ort, in dem wir drehten, und schmuggelte sich irgendwie ans Set. Wenn er wirklich Recht gehabt hätte und wir Tiere gequält hätten, hätte er sicherlich keine neun Monate gewartet, um das Material zu zeigen, sondern sofort etwas dagegen unternommen. Was sagt das über seine Beweggründe aus?

nordbuzz: Wurde der Mann ausfindig gemacht?

Quaid: Ja. Sagen wir mal so: Er schämt sich wegen seiner Aktion vor den Mitbürgern dieser kleinen Stadt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

nordbuzz: Das Video hat offensichtlich keinen Schaden angerichtet, sonst würde es keinen zweiten Film geben.

Quaid: Genau. Vielleicht hat es sogar genau das Gegenteil erreicht und das Bewusstsein der Leute geweckt. Der erste "Bailey"-Film hat 260 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt. Ich hätte diesen Film nie im Leben promotet, wenn die Hunde irgendwie schlecht behandelt worden wären.

nordbuzz: Welche Aussage hat die Fortsetzung "Bailey - Ein Hund kehrt zurück" Ihrer Meinung nach?

Quaid: Der Film zeigt die tolle Verbindung zwischen Mensch und Hund. Aber er steht auch für Familie, Generationen und Enkelkinder. Bailey ist unser Begleiter und verbindet uns miteinander. Vergebung, Erlösung, Hoffnung - eine Familie, die zusammenhält, kann all das erreichen. Filme mit solch schönen und guten Aussagen brauchen wir momentan in unserer Welt, denn sie droht auseinander zu brechen.

nordbuzz: Sie sind seit über 40 Jahren als Schauspieler tätig und haben weit über 100 Filme gedreht. Sind Sie noch immer nervös am ersten Drehtag?

Quaid: Natürlich, und wie. Man fängst eine neue Arbeit an. Alles ist fremd. Klar bereite ich mich darauf vor, trotzdem ist alles neu. Ich probe meine Rollen vor Drehbeginn nie, erst wenn der Regisseur "Action" ruft, schlüpfe ich in sie hinein.

nordbuzz: Was ist der beste Ratschlag, den Sie jemals bekommen haben?

Quaid: Sei du selbst! Es klingt so einfach, aber manchmal ist das richtig schwer.

Von Rachel Kasuch

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