"Easy Rider"-Star
"Easy Rider"-Star
Trauer um Hollywood-Legende Peter Fonda
"Die Begriffe 'Star' oder 'Legende' sind Bezeichnungen, die, so glaube ich, nicht so recht bei mir zutreffen", sagte Peter Fonda vor einigen Jahren im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Es gibt nicht wenige, die das anders sehen. 1969 war es, auf dem Höhepunkt der Hippie-Bewegung, dass Fonda an der Seite von Dennis Hopper mit dem Roadmovie "Easy Rider" zum Idol einer ganzen Generation wurde. Jetzt ist der Schauspieler im Alter von 79 Jahren an Lungenkrebs verstorben.

"Es war eine tolle Zeit damals: Wir hatten großartigen Sex an allen möglichen Orten", erinnerte sich Fonda im teleschau-Gespräch an den Dreh von "Easy Rider". "Ich war halt der Kämpfer gegen das Establishment, der Marihuana rauchte und sein Motorrad über die Highways jagte. Als jemand anderes taugte ich wohl nicht - auch heute nicht." In "Easy Rider" verkörperte Fonda den rebellischen Wyatt, das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Hopper, der Regie führte. "Ich erinnere mich noch ganz genau: Ich rief ihn eines Morgens an, weil ich eine Super-Idee für einen Film hatte. Ich dachte, er könnte Regie führen. Ich würde das Projekt dann produzieren. Wir beide könnten das Drehbuch schreiben und dazu noch die Hauptrollen spielen. Mir war von Anfang an klar, dass wir damit eine Menge Geld verdienen würden."

"Ein unbeugsamer Geist"

Peter Fonda kam 1940 als Sohn der Schauspiellegende Henry Fonda zur Welt; Jane Fonda war seine Schwester, Bridget Fonda seine Tochter. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war schwierig. "Ich musste ihm doch tatsächlich beibringen, mir sagen zu können, dass er mich liebt." Stolz auf "Easy Rider" sei Vater Henry nie wirklich gewesen, erinnert sich Peter Fonda. "Er wollte wissen, worum es eigentlich geht, auf welcher Reise sich mein Filmcharakter befindet. Ich erklärte es ihm zwar, aber verstanden hat er es nicht." Es war wohl mehr als ein Vater-Sohn-Konflikt - in Henry Fondas Unverständnis drückte sich das Unbehagen der älteren Generation gegenüber der jüngeren aus, die in den späten 60er-Jahren aufbegehrte.

"Easy Rider" war Fluch und Segen zugleich für Fonda. Der Film machte ihn bekannt, legte ihn aber auch auf einen Rollentypus fest. Mit Filmen wie "Der weite Ritt" (1971), seiner ersten Regiearbeit, oder "Kesse Mary - Irrer Larry" (1974) konnte er nicht mehr an den einen, großen Erfolg anknüpfen. Es folgte eine lange Durststrecke, bis ihm schließlich in den 90er-Jahren ein Comeback gelang; für das Drama "Ulee's Gold" erhielt Peter Fonda 1998 eine Oscar-Nominierung als bester Schauspieler. Sein letzter Film wird wohl "The Last Full Measure" sein, ein hochkarätig besetztes Kriegsdrama, das postum erscheinen soll.

Peter Fonda war dreimal verheiratet. Seine Familie trauere um "den liebenswertesten und gütigen" Mann, heißt es in einer Stellungnahme zu seinem Tod. Fonda sei ein "unbeugsamer Geist" gewesen.

Von Sven Hauberg

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