"Dora und die goldene Stadt"
Filmbewertung: überzeugend
Starttermin: 10.10.2019
Regisseur: James Bobin
Schauspieler: Isabela Moner, Eva Longoria, Michael Peña
Entstehungszeitraum: 2019
Land: USA
Freigabealter: 6
Verleih: Paramount Pictures Germany
Laufzeit: 102 Min.
Eva Longoria im Interview
Eva Longoria im Interview
"Mir wird schlecht, wenn ich daran zurückdenke"
Statt Baby-Pause hieß es für Schauspielerin Eva Longoria ("Desperate Housewives") nur zwei Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes: zurück ans Filmset! Söhnchen Santiago und Ehemann José Bastón nahm die 44-Jährige kurzerhand mit zu den Dreharbeiten nach Australien, wo sie für "Dora und die goldene Stadt" (Kinostart: 10. Oktober) vor der Kamera stand. In der Adaption der beliebten Kinderserie spielt Longoria eine Forscherin, die in Südamerika auf die Suche nach einer versunkenen Inka-Stadt geht. Während sie mit ihrem Mann durch den Urwald streift, wird daheim in Los Angeles ihre Tochter Dora von skrupellosen Schatzräubern entführt, die mit ihrer Hilfe die sagenumwobene Inka-Stadt finden wollen. Im Interview spricht Eva Longoria über ihre Rolle als frischgebackene Mutter, über ihre Jugend und über Hasskommentare im Internet.

nordbuzz: In "Dora und die goldene Stadt" klären Sie Ihre Filmtochter darüber auf, wie gefährlich die Welt sein kann und vor was sie sich besonders hüten soll. Kennen Sie das aus Ihrer eigenen Kindheit?

Eva Longoria: Ich war das jüngste von vier Kindern, deshalb hatte ich so etwas wie einen Freifahrtschein (lacht). Meine Schwestern hatten es da weitaus schwerer. Sie durften nicht so oft auf Partys und hatten sogar eine Sperrstunde. Wenn ich hingegen auf eine Party wollte, sagte ich nur: "Ich gehe jetzt und weiß noch nicht, wann ich nach Hause komme." Die Antwort meiner Mutter lautete dann nur: "Ja, ja. Ruf uns an, falls wir dich abholen müssen."

nordbuzz: Sie haben Sie nie vor Jungs und Drogen gewarnt?

Longoria: Nein. Aber dafür haben meine Schwestern mit Argusaugen über mich gewacht. Das Jungs- und Drogengespräch fand mit ihnen statt. Ich musste ihnen immer alles bis ins kleinste Detail erzählen (lacht).

nordbuzz: Gibt es etwas, das Sie als Teenager angestellt und nie bereut haben, es als Mutter aber nun rückblickend anders sehen?

Longoria: Oh ja! Ich war kein sehr netter und vor allem kein einfacher Teenager. Wenn etwas nicht so lief, wie ich wollte, warf ich meiner Mutter an den Kopf, ich würde sie hassen. Heute ist mir unerklärlich, wie ich solche Wörter in den Mund nehmen konnte. Natürlich war das nur so dahergesagt, aber mir wird noch immer ganz schlecht, wenn ich heute daran zurückdenke. Meine Oma war es, die mir schließlich die Augen öffnete und mir bewusst machte, was für ein hartes Wort "Hass" eigentlich ist.

nordbuzz: Haben Sie auch bei Lehrern in der Schule mit solchen Ausdrücken um sich geschmissen?

Longoria: Nein, ganz und gar nicht. Ich war brav wie ein Lamm, sehr intelligent und hatte nur Einser.

nordbuzz: Was ist das Wichtigste, das Ihnen Ihre Eltern mit auf den Weg gegeben haben?

Longoria: Ähnlich wie der Rat, den ich Dora im Film gebe: Bleib dir selbst immer treu und vergiss nie, wo du herkommst!

nordbuzz: Diese Weisheit hat Ihnen sicherlich in Hollywood geholfen.

Longoria: Auf jeden Fall. Als ich nach Hollywood kam, war ich nicht Latina genug, aber auch nicht weiß genug. Heute spielt die Herkunft keine so große Rolle mehr, aber ich hatte keinen einfachen Start.

"Mir war wichtig, diese Rolle als Latina zu repräsentieren"

nordbuzz: Haben Sie Angst, Ihren Sohn in der heutigen Welt aufwachsen zu sehen?

Longoria: Total! Obwohl Santi erst 2018 zur Welt kam, mache ich mir jetzt schon Sorgen. Ich habe sogar mit meiner Mutter darüber gesprochen. Sie konnte mich ein bisschen beruhigen, als sie mir sagte, dass sie vor 44 Jahren genauso viel Angst hatte. Ich glaube, jede Generation macht sich Sorgen.

nordbuzz: Damals gab es ja noch kein Internet. Glauben Sie, dass Soziale Medien für Jugendliche gefährlich sind?

Longoria: Gefährlich möchte ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber ich fände es gut, wenn es keine "Likes" mehr geben würde. Darüber wird ja gerade diskutiert. Es ist sicherlich hart für einen Teenager zu sehen, wenn der beste Kumpel viel mehr "Likes" bekommt als man selbst. Das kann das Selbstbewusstsein zerstören.

nordbuzz: Sie sind ja selbst sehr aktiv auf Instagram.

Longoria: Bei mir selbst ist das etwas anderes. Ich bin älter, habe eine dicke Haut und weiß, wer ich bin. Aber auch ich lese mir die Kommentare nicht durch, obwohl ich ein gutes Selbstbewusstsein besitze. Davon halte ich mich lieber fern. Ich liebe Social Media, aber ich nutze es ganz bewusst nur als Werkzeug, wenn ich etwas schnell in der Welt verbreiten will. Im vergangenen Jahr hat Santi mein Instagram quasi übernommen. Er ist einfach so goldig, dass ich es mit der Welt teilen will. Wenn ich ein Foto von ihm poste, kriege ich Klicks in Rekordhöhe (lacht).

nordbuzz: "Dora und die goldene Stadt" wurde in Australien gedreht, nur zwei Monate nach der Geburt Ihres Sohnes. Warum haben Sie trotzdem zugesagt?

Longoria: Ohne meinen Mann hätte ich das nie geschafft. Er hat angeboten, mit mir und Santi nach Australien zu kommen. Es war trotzdem eine große Herausforderung, weil ich ja noch gestillt habe. Aber mir war wichtig, diese Rolle als Latina zu repräsentieren.

Von Rachel Kasuch

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