Uma Thurman wird 50
Uma Thurman wird 50
Uma Thurman: Gangsterbraut und Racheengel
In Zeiten wie diesen muss auch ein Superstar wie Uma Thurman selbst Hand anlegen. Auf Instagram postete die Schauspielerin kürzlich ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie sie ihrer Tochter Maya die Haare schneidet. "Wir finden uns selbst wieder", schrieb Thurman etwas kryptisch unter das Bild. Nun, eine Friseurin, so viel ist sicher, war die großgewachsene Blondine nie. Vielleicht aber spielt sie mit diesem "Wiederfinden" ja auf eine ihrer bekanntesten Rollen an, auf die der Braut in den beiden "Kill Bill"-Filme. Dass sie mit scharfen Klingen umgehen kann, bewies Thurman in den Quentin-Tarantino-Streifen eindrucksvoll. Statt Friseurschere hatte sie damals allerdings eine tödlichere Waffe zur Hand: ein Samurai-Schwert.

Am 29. April wird Uma Thurman 50 Jahre alt - es wird ein mutmaßlich sehr ruhiger Geburtstag werden. Wenn es einem Hollywood-Star aber leicht fallen dürfte, auch mal ganz auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, dann wohl Uma Thurman. Nicht nur, weil die Karriere der Schauspielerin in den letzten Jahren längst in etwas ruhigere Fahrwasser geraten ist; Thurman, 1970 als Tochter eines Topmodels und eines Professors für Indo-tibetische Studie in Boston geboren, hat durch jahrelange buddhistische Praxis Erfahrung damit, sich in aller Ruhe mit dem eigenen Ich zu beschäftigen. Schon einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in der Abgeschiedenheit Nordindiens, zu einer Zeit, als ihr Vater als buddhistischer Mönch lebte. Sie engagiert sich heute noch für die Sache der Tibeter, lobt den gewaltfreien Weg des Dalai Lama gegen die chinesische Besatzung seines Landes öffentlich.

Als Mia Wallace zur Oscar-Nominierung

Wer Thurmans Filme kennt, kommt freilich nicht umhin, hier einen kleinen Widerspruch zu sehen. Schließlich sind ihre bekanntesten Filme, der erwähnte "Kill Bill"-Zweiteiler und natürlich auch "Pulp Fiction", ziemliche Gewaltorgien. "Als Zuschauerin kneife ich im Kino schon beim leisesten Hauch von Gewalt die Augen zu", sagte Thurman von ein paar Jahren im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Noch schlimmer ist es, wenn jemand auf der Leinwand Schmerzen erleidet, dann würde ich am liebsten herausrennen." In Tarantino-Filmen hingegen, setzt sie zu einer Verteidigung an, sei das aber anders: "Quentin setzt Gewalt so um, dass sie selbst mir nicht allzu viel ausmacht, und das gilt auch für 'Kill Bill'. Außerdem ist Gewalt ja allgegenwärtig, als Element unserer Träume, unseres Lebens." Was soll sie auch sagen? Schließlich war es Tarantino, der sie berühmt machte, 1994, als Mia Wallace. Eine Oscar-Nominierung verschaffte ihr die Darstellung der tanzenden Gangsterbraut aus "Pulp Fiction" und anschließend Rollen in Filmen wie der Dystopie "Gattaca" und der Comicadaption "Batman & Robin".

Begonnen hatte Uma Thurman ihre Karriere mit kleineren Produktionen, "Henry & June" etwa, an der Seite von Fred Ward. Zum Film war Thurman über das Modeln gekommen, schon als 15-Jährige stand sie vor der Kamera der Modefotografen. Als sie dann ein Star war, nach "Pulp Fiction", konnte sie sich die Rollen aussuchen - und manchmal lehnte sie auch ab. Etwa das Angebot, in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie mitzuspielen. Das sei die größte Fehlentscheidung ihres Lebens gewesen, klagte Thurman später.

Gute Rollen, schlechte Rollen

Am Set von "Gattaca" lernte Uma Thurman ihren zweiten Mann kennen, nachdem sie zuvor zwei Jahre mit Gary Oldman verheiratet war. Die Ehe mit Ethan Hawke hielt etwas länger, sieben Jahre, in denen sie zweifache Mutter wurde. Nach der Scheidung war sie, der Hollywood-Star, auf einmal alleinerziehend. "Anstrengend" sei es gewesen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, sagte Thurman damals. Mit dem Franzosen Arpad Busson bekam Thurman vor acht Jahren eine weitere Tochter, auf eine Ehe ließ sie sich aber nicht noch einmal ein.

Mitte der Nullerjahre, nach "Kill Bill", lief karrieretechnisch nicht mehr alles rund bei Uma Thurman. Filme wie "Couchgeflüster" und "The Producers" waren eher bescheidene Erfolge, anderes, wie "Die Super-Ex" und "Das Leben vor meinen Augen", wurde von der Kritik zerrissen. Wer ihr all diese furchtbaren Rollen besorgt habe, fragte in jenen Jahren eine US-Journalistin besorgt. Erst ein Kurzauftritt in Lars von Triers "Nymphomaniac" und in der Serie "Smash" brachten ihr wieder gute Kritiken ein. Zuletzt konnte man Uma Thurman aus nächste Nähe bewundern: In "The Parisian Woman" stand sie mehrere Monate am Broadway auf der Bühne, als Society-Lady, die ihr Leben reflektiert. Ihre nächste Rolle wird sie für den neuen Streamingdienst von Apple spielen, in der Drama-Serie "Suspicion".

Schlagzeilen machte Thurman vor einiger Zeit im Skandal um den gefallenen Produzenten Harvey Weinstein. Noch 2017 wollte sie sich nicht zu den Vorwürfen gegen den Hollywood-Mogul äußern, wenig später aber brach sie ihr Schweigen und berichtete auf Instagram und in einem Interview mit der "New York Times", Weinstein habe sie Mitte der 90er-Jahre sexuell belästigt. Dass Weinstein vor wenigen Wochen zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde, dürfte sie mit Genugtuung verfolgt haben.

Von Sven Hauberg

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